Bundespolizei warnt vor lebensgefährlichen Aktionen an Bahnanlagen

Kinder, Jugendliche und Eltern sollen Bahnanlagen zur Freizeitgestaltung meiden – insbesondere Gleisbereiche, abgestellte Waggons und Selfies

Von Herold-Team
ndespolizeidirektion München: "Keine Freizeitaktion auf Bahngelände ist es wert ..." / Bundespolizei appelliert zum Ferienstart
Die Rosenheimer Bundespolizei warnt zum Ferienbeginn eindringlich vor den lebensgefährlichen Folgen von Waggonkletteraktionen oder Selfies im Gleisbereich.© Abo Presseportal.de

Bundespolizei warnt zum Ferienstart vor Lebensgefahr im Bahnbereich

Mit Beginn der Sommerferien appelliert die Bundespolizei an Kinder, Jugendliche und Eltern, Bahnanlagen nicht als Ort für Freizeitaktionen zu nutzen. Die Behörde warnt insbesondere vor den Gefahren, die von Zügen, Gleisen und Oberleitungen ausgehen.

Nach Angaben der Bundespolizei können Erkundungstouren auf Bahngebiet zu schwersten Verletzungen, bleibenden körperlichen Schäden oder im schlimmsten Fall zum Tod führen. Waggon-Kletteraktionen, Selfies im Bahnbereich, das Verweilen auf abgestellten Waggons oder sogenannte Challenges an Bahnstrecken seien lebensgefährlich.

Leise Züge und lange Bremswege

Die Bundespolizei weist darauf hin, dass moderne Züge oft erst sehr spät wahrgenommen werden. Nähert sich ein Zug mit rund 100 Kilometern pro Stunde, muss laut Mitteilung mit einem Bremsweg von bis zu einem Kilometer gerechnet werden. Ein Zug könne zudem nicht ausweichen.

Gefahr auch ohne Berührung der Oberleitung

Besonders groß sei auch das Risiko durch Oberleitungen. Diese stehen laut Bundespolizei unter einer Spannung von bis zu 15.000 Volt. Bereits ohne direkte Berührung könne es zu einem tödlichen Spannungsüberschlag kommen. Dafür reiche schon eine Annäherung auf eineinhalb bis zwei Meter. Schon der Versuch, auf einen abgestellten Waggon zu klettern, könne deshalb verhängnisvolle Folgen haben.

Schwerer Unfall in Prien am Chiemsee

Als Beispiel nennt die Bundespolizei einen Vorfall von Ende Mai dieses Jahres in Prien am Chiemsee. Dort war ein 18-Jähriger auf den Waggon eines Güterzugs gestiegen. Er wurde von einem Stromschlag getroffen, der von der hochspannungsführenden Oberleitung ausging. Nach Angaben der Behörde erlitt er schwerstgradige Verbrennungen und lebensbedrohliche Verletzungen innerer Organe, unter denen er bis heute in hohem Maß leidet und die sein Leben absehbar dauerhaft beeinträchtigen.

Appell an Eltern

Die Bundespolizei ruft Eltern dazu auf, mit ihren Kindern gerade in der Ferienzeit über die Gefahren im Bahnbereich zu sprechen. Erziehungsberechtigte sollten deutlich machen, dass jeder Aufenthalt im Gleisbereich, insbesondere auch auf abgestellten Waggons, lebensgefährliche Folgen haben kann und verboten ist.

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