ADAC-Tests: Keyless-Systeme verlängern Funkreichweite – häufig unberechtigt nutzbar

Der ADAC fordert zeitgemäße Absicherung von Keyless durch die Hersteller und rät Verbrauchern, aktiv nach entsprechender Technik zu fragen.

Von Herold-Team
Zehn Jahre Keyless-Test: Oft noch unsicher / ADAC Datenbank umfasst inzwischen über 850 untersuchte Fahrzeuge / Fast die Hälfte kann nach wie vor illegal geöffnet werden
Mit einem Funkverlängerer kann überprüft werden, ob ein Keyless-System sicher ist. / Weiterer Text über ots und www.presseportal.de/nr/7849 / Die Verwendung dieses Bildes für redaktionelle Zwecke ist unter Beachtung aller mitgeteilten Nutzungsbedingungen zulässig und dann auch honorarfrei. Veröffentlichung ausschließlich mit Bildrechte-Hinweis.Foto: Herold-Team (Pressemitteilung)

Autos mit Keyless-Systemen sollen den Alltag erleichtern, weil zum Öffnen und Starten des Fahrzeugs kein Schlüssel in die Hand genommen werden muss. Nach Angaben des ADAC ist diese Technik jedoch vielfach weiterhin unsicher. Der Mobilitätsclub testet die Sicherheit der Systeme seit zehn Jahren im Rahmen seines Autotests. Inzwischen umfasst die Datenbank mehr als 850 untersuchte Fahrzeuge.

Der ADAC warnt, dass einige Hersteller die Gefahr nach wie vor nicht ernst genug nähmen, obwohl technische Lösungen verfügbar seien. Je nach Fahrzeugmodell könne mit speziellen Geräten die Funkkommunikation zwischen Auto und Schlüssel künstlich verlängert werden. Diebe nutzten das aus und könnten Fahrzeuge ohne den Schlüssel illegal öffnen und in vielen Fällen sogar starten und wegfahren.

Für den Test verlängert der ADAC die Signale zwischen Auto und Schlüssel mit einem Funkverlängerer. Dadurch lassen sich nach Angaben des Clubs hunderte Meter Strecke sowie Mauern oder Türen überwinden. Anschließend wird am Fahrzeug geprüft, ob es sich mit dem verlängerten Signal öffnen und starten lässt.

Die Ergebnisse bewertet der ADAC als inakzeptabel: Auch heute könne noch fast die Hälfte der Fahrzeuge mit einem verlängerten Funksignal geöffnet werden, in rund jedem dritten Fall sei sogar der illegale Start des Motors gelungen.

Nach Einschätzung des ADAC zeigen die Zahlen zugleich zwei Entwicklungen. Einige Hersteller hätten die Problematik ernst genommen und nachgebessert. Sie rüsteten ihre Fahrzeuge in der Regel mit der sogenannten Ultra Wide Band-Technologie nach, die nach dem aktuellen Stand der Technik als gut abgesichert gelte. Dennoch setzten weiterhin viele Hersteller auf den alten, unsicheren Standard.

Der ADAC fordert, dass alle Fahrzeughersteller Keyless-Systeme künftig zeitgemäß absichern. Die Technologie sei erprobt und könne mit geringen Mehrkosten verbaut werden. Das Problem der Keyless-Diebstähle sei seit über 15 Jahren bekannt und könne so einfach abgeschafft werden.

Verbraucher sollten beim Kauf nach Angaben des ADAC aktiv nachfragen, ob das Keyless-System des Fahrzeugs auf diese Technologie setzt, und im Zweifel auf die Komfortfunktion verzichten.

Hersteller mit allen vom ADAC untersuchten Autos ohne ausreichenden Schutz

  • Aiways
  • Alfa Romeo
  • Alpine
  • BYD
  • Chevrolet
  • DS automobiles
  • Fiat
  • Honda
  • Infinity
  • Isuzu
  • Jeep
  • KGM/SsangYong
  • Lync & Co
  • MG
  • Opel

Hersteller, bei denen 20 Prozent oder weniger der vom ADAC untersuchten Modelle besser gesichert sind

  • Dacia
  • Ford
  • Hyundai
  • Kia
  • Lexus
  • Mazda
  • Nissan
  • Peugeot
  • Polestar
  • Porsche
  • Renault
  • Seat
  • Toyota
  • Volvo

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